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23.11.2017
#wallerdelmese: Paolo Grossi | November 2017

Das ist Paolo Grossi, unser Waller des Monats November. Eingeschrieben in der Kategorie Kunst.

Hier findet ihr das Fotoshooting mit Paolo.

"Ich habe in der Mittelschule begonnen Theater mit Paola Guerra zu spielen, einer der zwei Gründungsmitglieder des Teatro la Ribalta, das mit Behinderten arbeitet. Seitdem bin ich voll und ganz dabei. In der Oberschule hat mir meine Mutter einen Artikel über einen Theaterkurs bei der Upad mitgebracht. Da war ich 14 Jahre alt und hatte schon verstanden, dass Theater ein Teil von mir ist.

Nach zwei Jahren unbefristeter Tätigkeit bei Thun in einer qualifizierten Position, habe ich bei den Aufnahmeprüfungen beim Teatro Stabile von Genova und an der Paolo Grassi von Mailand teilgenommen. Nach einer sehr harten Auswahl wurde ich bei Letzterer schließlich angenommen. Wir waren 600 und nach verschiedensten Prüfungen und einer zweiwöchigen Masterclass, die eher einem kleinen Krieg gleichkam, haben wir zu 14 Personen die Triennale abgeschlossen. Dort habe ich auch meine Leidenschaft für Dramaturgie und Regie entdeckt. Die Ausbildung war sehr breit angelegt. Als ich in den letzten Zügen meiner Ausbildung bei der Paolo Grassi in Mailand war, wurde ich bereits an das Teatro Stabile von Bozen für „La vita che ti diedi” gerufen, danach ging es sofort mit der Aufführung von Paolo Rossi „Barattaro Mon Amour” von Bernard weiter. Dann kam „La Cucina”. Ich hatte immer das Glück an zwei Produktionen jährlich und immer beim Teatro Stabile zu arbeiten. Ich bin ein Glückskind.

Die jetzt beginnende Saison ist meine vierte als Berufstätiger, ich hatte das Glück 3 Monate von Anfang September bis Mitte Dezember mit VBB und TSB zusammen zu arbeiten, dank eines Kolloquiums konnte ich an zwei wichtigen Produktionen mitarbeiten: „Der Diener zweier Herren” für VBB und gleichzeitig „Questa sera si recita a soggetto” für TSB. Das war ein Glücksfall für einen guten Start in die Saison. Ich denke ich bin der einzige Schauspieler, der im gleichen Gebäude aber für zwei verschiedene Institutionen arbeitet. Eine in italienischer Sprache und eine zweisprachig.

Seit ein paar Jahren plane ich verschiedene Projekte. Bereits während meiner Studienzeit hatte ich begonnen Texte zu schreiben und an meine eigenen künstlerischen Projekte zu denken. Ein intimer und noch schüchterner Teil von mir, würde gern schreiben. Ich würde gern Dramaturgie und Regie weiter vertiefen. Jedoch merke ich, dass dieses Bedürfnis eher über die Arbeit als Schauspieler hervortritt. Ich habe immer meine eigene Version eines Textes bereit. Es ist leichter die eigene Meinung über einen schon existierenden Text auszudrücken, als über einen neugeschriebenen Text zu kommunizieren.

Dann können sich Projekte auch aus einem einzigen Telefonat ergeben und einfach auf Dich herabregnen. Das sind die Zufälle des Lebens. Im Dezember während einer Tournee in Brescia werde ich die zweite Phase des Castings mit Serena Senigallia für Macbeth machen…hoffentlich geht das glatt! Dann gibt es da noch ein anderes Projekt, was zwar noch nicht ganz sicher ist, für das ich aber viel Enthusiasmus aufbringe. Als Künstlerischer Direktor werde ich das neue Theater Costellazione di Oltrisarco übernehmen. Das war ein Kino das auch meine Mutter mit meiner Großmutter besucht hat. Da ich aus Oltrisarco komme und in den Räumen des Jugendzentrums „Orizzonte” aufgewachsen bin, habe ich immer eine gewisse Bewunderung für diese Räumlichkeit übriggehabt. Für die Prüfungen der Akademie habe ich dort in einem Festsaal geprobt und noch heute, wenn ich mir ein paar Stunden Zeit nehme, um einen Text oder ein Casting vorzubereiten, dann sind dies die Räumlichkeiten meiner Wahl."